Vinyasa oder Yin: Welche Yogaklasse passt (heute) zu dir?

„Ist doch eh alles Yoga. Ich nehm die Klasse um 19:15, die schaff ich zeitlich besser." ... so oder so ähnlich entscheidest du dich aktuell für oder gegen eine Yogaklasse, weil dir die ganzen kryptisch klingenden Namen der verschiedenen Stile nichts sagen und du dir kaum vorstellen kannst, dass es da wirklich relevante Unterschiede gibt? Hier erfährst du mehr.

„Ist doch eh alles Yoga. Ich nehm die Klasse um 19:15, die schaff ich zeitlich besser."

So oder so ähnlich klingt der Gedanke, mit dem viele ihre erste Klasse bei mir buchen.

Der Kalender entscheidet, die Uhrzeit passt, du fühlst dich irgendwie auch richtig motiviert! Also klemmst du dir die Matte unter den Arm und los geht’s.

Und dann liegst du plötzlich fünf Minuten lang bewegungslos mit einem Bolster unter den Schulterblättern und denkst: Hilfe, ich wollte mich doch eigentlich ein bisschen bewegen nach 9 Stunden auf dem Bürostuhl…

Oder umgekehrt:

Du bist extra nicht ins Gym, fühlst dich komplett erledigt nach einem Tag voller Rennerei und willst einfach nur liegen, loslassen, nichts mehr müssen…aber auf einmal stehst du im dritten Sonnengruß.

Die Wahrheit ist: Yogastil 1 und Yogastil 2 können zwei richtig verschiedene Erlebnisse sein, und das wird häufig nicht richtig oder nur mit doppeldeutiger Sprache erklärt.

Lass uns das mal nachholen, kurz und ohne Fachchinesisch.

Warum ich diesen Artikel schreibe

Neulich saß eine neue Teilnehmerin in meiner Vinyasa-Klasse. Vor der Stunde erzählte sie mir, sie habe genau einmal Yoga gemacht, und es sei furchtbar gewesen. Dann kam der Satz, der bei mir hängen geblieben ist: „Heute gebe ich Yoga die letzte Chance. Wenn das nichts für mich ist, hake ich es ab.“

Ich habe innerlich kurz die Luft angehalten. Die Yogarichtung, die sie besucht hat, ist ein wirklich sehr spezieller Stil, mit viel Atemarbeit, Mantras und einer stark spirituellen Ausrichtung.

Für Menschen, die genau das suchen, ist er wunderbar. Aber für jemanden, der zum ersten Mal auf einer Matte steht und eigentlich nur den Kopf leerbekommen, den Rücken lockern und ein bisschen schwitzen will, ist das ein ziemlich steiler Einstieg.

Nach der Stunde Vinyasa Yoga hatte sie bekommen, was sie gesucht hatte:

ein körperliches Workout, bei dem sie sich gedehnt, bewegt und ein bisschen gefordert hat, ein paar nette Menschen um sich herum, und am Ende trotzdem dieses lockere, ruhige Gefühl, weil wir Atemübungen und eine kurze Meditation eingebaut hatten.

Der andere Yogastil aus dieser komplett anderen Traditionslinie hat einfach nicht zu ihr gepasst. Und damit dir das bei meinen Klassen erspart bleibt (ich unterrichte Hatha Vinyasa Yoga und Yin Yoga), erkläre ich dir jetzt nachvollziehbar und bildlich, was dich erwartet.

Vinyasa: viel Bewegung, Schweiß und danach ein Kopf ohne Gedankenkarussell.

Eine Hatha Vinyasa-Klasse (der Stil wird auch Vinyasa Flow oder Power Yoga genannt) bei mir beginnt ruhig, mit Ankommen, Atem und ein paar Minuten Stille. Dann geht es in Bewegung.

Wir verbinden die Positionen fließend mit dem Atem, üben mehrere Sonnengrüße in verschiedenen Schwierigkeitsstufen, kräftigen die Muskulatur, dehnen, was den ganzen Tag im Bürostuhl fest geworden ist, und ja, wir kommen dabei auch ins Schwitzen.

Hier geht´s sowohl um Details in der Ausrichtung der Positionen (ich erkläre genau und präzise), als auch um eine gewisses Tempo in den fließenden Übergängen. Aber du musst als Anfänger:in keine Sorge haben: wir bauen das Schritt für Schritt auf, es gibt Alternativen, aber trotzem darfst du wissen, dass es ein dynamisches Üben ist und auch einige kraftvolle stehende Positionen, wie z.B. die Kriegerpositionen, dabei sind.

Du lernst deine Komfortzone kennen und schaust ab und zu ein Stückchen darüber hinaus.

Die Stunde hat einen klaren Workout-Charakter und endet trotzdem immer in ruhigen, gehaltenen Positionen und im Savasana, der Endentspannung im Liegen.

Was du mitnimmst: warme Muskeln, einen angenehm müden Körper und einen Kopf, der aufgehört hat, die To-do-Liste vorzulesen.

Yin: So wenig Bewegung wie nötig, so viel Loslassen wie möglich

Yin ist der komplette Gegenentwurf.

Wir bleiben drei bis fünf Minuten in jeder Position, und alle Positionen finden am Boden statt, unterstützt von Bolstern, Blöcken und Decken. Es geht darum, so wenig wie möglich zu tun. Der Körper darf sinken, die Schwerkraft erledigt die Arbeit. Es gibt keine dogmatischen Ausrichtungsprinzipien, das was sich gut anfühlt, gewinnt. Ich erkläre hier das Grundprinzip der Übung, und halte mich dabei bewusst eher zurück.

Dabei sprechen wir vor allem das Bindegewebe an, das die Muskeln umhüllt, die sogenannten Faszien. Nach langen Tagen am Schreibtisch, im Auto oder mit dem Handy in der Hand fühlt sich dieses Gewebe oft an wie ein zu eng geschnürter Rucksackgurt.

Im Yin bekommt es Zeit, sich zu lösen, weil wir lange genug bleiben, bis der Körper merkt: Hier passiert nichts, ich kann loslassen.

Während wir in den dynamischen Vinyasaklassen sehr viele Positionen üben und innerhalb der Stunde auch mal in verschiedenen Varianten wiederholen, machen wir in einer Yin-Einheit manchmal nur 5 verschiedene Übungen.

Was du mitnimmst: das Gefühl, ein paar Kilo leichter aufzustehen, und eine Ruhe, die noch bis ins Bett reicht.

Was beide gemeinsam haben

Aus beiden Klassen gehst du hinterher gelöster und ruhiger raus, und das Gedankenkarussell hat mindestens eine Pause eingelegt. Es sind nur zwei verschiedene Wege dorthin. Vinyasa arbeitet über Kraft, Dehnung und Atem in Bewegung, Yin über Zeit, Stille und Schwerkraft.

Beide Stile sind für Anfängerinnen geeignet, und genauso für alle, die früher mal Yoga gemacht haben und jetzt zurück auf die Matte wollen. Welcher heute der richtige ist, hängt weniger von deinem Können ab als davon, wie du gerade drauf bist.

Welcher Yogatyp bin ich heute?

Die ehrliche Antwort:

Das darf sich jeden Tag ändern. Ich habe Wochen, in denen ich nur Bewegung will, und Wochen, in denen ich nach der dritten Minute im Yin fast einschlafe, weil mein Körper genau das gebraucht hat. Im Idealfall kombinierst du beides, dann wird deine Praxis rund und du landest weder im Dauerpowern noch im Dauerliegen.

Für den Abend, an dem du gerade überlegst, hier eine kleine Entscheidungshilfe.

Heute ist eher Vinyasa deine Klasse, wenn:

  • du seit Stunden sitzt und die Energie irgendwohin muss
  • dein Kopf sich nur beruhigt, wenn der Körper etwas zu tun hat
  • du mal wieder das Gefühl haben willst, richtig etwas geschafft zu haben
  • du dich aufs Schwitzen freust und danach auf das müde, zufriedene Gefühl
  • du merkst, dass du beim Stillliegen nur noch unruhiger wirst
  • Es noch relativ früh am Tag ist und du danach noch was unternehmen, arbeiten etc. willst

Heute ist eher Yin deine Klasse, wenn:

  • du komplett durch bist vom Tag, absolut keinen Input mehr möchtest und eigentlich nur noch liegen willst
  • Nacken und Schultern sich anfühlen wie festgezurrt seit dem Meeting heute Mittag
  • du heute nichts mehr leisten willst, auch nicht auf der Matte
  • du eine Verletzung hast oder dein Körper gerade schonend behandelt werden will
  • du Stille brauchst, die nach Boden und Decke klingt und nicht nach Traumreise
  • du im Anschluss an das Yoga nur noch entspanntes vor dir hast: Sofa, Bett oder Sonnenuntergang…

Und wenn du nach dem Lesen immer noch unentschlossen bist:

Das ist völlig normal. Genau dafür gibt es Probestunden und du kannst mich jederzeit fragen und ansprechen!

Meine Klassen im Überblick

Dienstags um 17:45 Uhr gebe ich in Großvollstedt eine Hatha-Vinyasa-Klasse, direkt danach um 19:15 Uhr die Yin-Klasse.

Wer beides an einem Abend erleben will, kann das dort tatsächlich tun!

Und jeden Donnerstag um 20:00 Uhr gibt es meine Vinyasa-Klasse online via Zoom, für alle, die lieber von zu Hause aus dabei sind.

Beide Stile biete ich als Präventionskurse an, die von der Zentralen Prüfstelle Prävention (ZPP) zertifiziert sind. Das heißt, deine Krankenkasse beteiligt sich in an den Kosten.

Hier findest du die Kurs-ID´s , falls du das nochmal vorher mit deiner Krankenkasse checken möchtest: www.yogamitaline.de/praeventionskurse 

Gebucht wird dabei immer ein Block von zehn Einheiten.

Mein Tipp, BEVOR du einen Zehnerblock buchst

Und ich kann es gar nicht häufig genug sagen:

Nimm dir wirklich erst eine Probestunde!

Ich erlebe es regelmäßig, dass in der Yin-Klasse jemand sitzt und hinterher sagt: „Ich hätte mich eigentlich gern mehr bewegt, ich wusste nur nicht, dass es so ruhig ist. Es war trotzdem nett, ja, aber beim nächsten Mal hätte ich gern was anderes“

Und genauso sehe ich in der Vinyasa-Klasse Frauen, die völlig erledigt vom Tag kommen, sich am liebsten nur hinlegen würden und jetzt im Sonnengruß mit sich kämpfen und sich durchquälen.

Beides bleibt dir erspart, wenn du vorher einmal in beide Welten reingeschnuppert hast.

Dann buchst du den Block für die Klasse, in der du dich wohlfühlst, und kommst gern wieder.

Falls du eine Verletzung hast oder eine Vorgeschichte mit Rücken, Knien oder Schultern:

Beide Stile sind grundsätzlich möglich.

Beim dynamischeren Vinyasa sollte alles akute möglichst abgeheilt sein und ich spreche das lieber vorher persönlich mit dir durch, damit wir gleich wissen, worauf wir achten.

Wenn du unsicher bist, schreib mir.

Wenn du nach all dem immer noch nicht weißt, welche Klasse heute deine ist, dann schreib mir einfach. Wir finden gemeinsam die richtige Klasse für dich.

Und wenn es am Ende beide sind, ist das die beste Antwort von allen.

Hi, ich bin Aline

und wenn du Lust auf klassischen, aber undogmatischen Yogaunterricht hast, bist du bei mir richtig:

Mach Yoga mit mir

Ich unterrichte in Schleswig-Holstein (Kiel und Großraum Neumünster) und Hamburg. Alternativ kannst du auch jederzeit online mit mir auf die Matte gehen!

Schnupperstunde sichern

Ich freue mich, dich kennen zu lernen – einfach hier klicken und mir schreiben, dann finden wir die beste gemeinsame Möglichkeit: